Am 20. und 21. September fand in Treffurt das erste Kinder- und Jugendforum statt. Ziel war, aus den Wüschen und Ideen, der Kritik und den Vorschlägen der Teilnehmenden konkrete und umsetzbare Projekte zu entwickeln. Für die Moderation der Veranstaltung und einen kleinen Moderationskurs haben wir den „Beteiligungs-Profi“ Stephan Schack aus Naumburg gewonnen. Dafür haben wir eine Förderung in Höhe von 5.000 Euro vom Deutschen Kinderhilfswerk e.V. und dem Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit bekommen. – Die Veranstaltung endete mit vorzeigbaren Ergebnissen. Aber der Erfolg wird von einer geringen Resonanz getrübt.

Eingeladen waren rund 340 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren aus allen Treffurter Ortsteilen. Mit etwa zehn Prozent hätten wir gerechnet, das wären zwischen 30 und 40 Personen gewesen. Gekommen sind lediglich acht – nur Jungen, nur Treffurter und alle durch verschiedene Projekte bereits mit mir als Jugendkoordinator in Kontakt. – Da bleibt zu klären, warum von den übrigen niemand für seine Interessen eintreten wollte? Ist das freie Wochenende wichtiger als ein jugendgerechteres Treffurt? War ein ganzer Tag zu lang? Oder konnte ich nicht richtig deutlich machen, um was es geht?

Sehr positiv war dagegen die Resonanz der Erwachsenen: Zur Präsentation der Ergebnisse am Abend kamen Vertreterinnen und Vertreter aller Stadtratsfraktionen, verschiedener Unternehmen und interessierte Bürger. Alles in Allem 13 Personen einschließlich Bürgermeister Michael Reinz und Redakteur Heiko Kleinschmidt von TA/TLZ. Der berichtete auch ausführlich und wohlwollend von der Veranstaltung. Sie stellten sich auch den Fragen, Anregungen und der Kritik der Jugendlichen.

Aber um welche Themen ging es denn nun?

Schwimmbad

 

Um das geschlossene Treffurter Bad kommt man natürlich nicht herum. Der Bürgermeister erläuterte, dass vor allem der schlechte Zustand des Bades zur Schließung führte. Eine Sanierung hätte etwa 3,5 Millionen Euro gekostet. SchwimmbadAngesichts der wenigen Besucher, die das Bad in den letzten Jahren noch hatte, war das dem Stadtrat zu viel. Trotzdem will man an dem Thema dran bleiben und sucht nach alternativen.

Die Jugendlichen wollen einen konkreten Beitrag leisten, indem sie mit einer Umfrage klären, wie wichtig den Treffurtern ihr Bad ist. Das es jeder gern hätte, ist klar. Aber was wären die Menschen bereit, dafür zu tun?

Sporthalle

 

Die jugendlichen Teilnehmer des Forums waren fast alle aus meiner Jugger-AG. Und so war es nicht verwunderlich, dass ihnen die Trainingsmöglichkeiten besonders am Herzen lagen. Während im Sommer ausreichend Trainingsmöglichkeiten vorhanden sind, fehlt Haben-Brauchen-Matrix Sportallees im Winter an Hallenzeiten. Konkret ausgedacht hatten die Jungs sich, dass man doch den leerstehenden alten Rewe nutzen könnte. Dafür hätte man auch Werbung gemacht. Doch leider wusste Bürgermeister Michael Reinz, dass der Pachtvertrag unseres örtlichen Rewe Marktleiters mittlerweile ausgelaufen ist. Und der Eigentümer ist nur an Geld, nicht an Imagegewinn interessiert. Herr Reinz schlug vor, sich doch mal in den städtischen Sporthallen in Großburschla oder Schnellmannshausen umzusehen.

Ein Thema war in diesem Zusammenhang natürlich auch die alte Sporthalle an der Regelschule. Auch hier ist das liebe Geld wieder das Haupthindernis. Aus Sicht des Landkreises reicht für den Schulsport die Normannsteinhalle. Deshalb wurde in die alte Halle nicht mehr investiert, bis sie schließlich wegen Baufälligkeit geschlossen werden musste. Die Stadt könnte die Halle übernehmen, müsste dann aber die teure Sanierung und auch die laufenden Kosten für Heizung, Licht und Reparaturen tragen. Da man schon mehrere Sportanlagen hat, ist das ganz schön viel.

Die Jugendlichen wollen hier weiter am Ball bleiben, denn es fehlt ihnen einfach ein Raum, in dem sie sich im Winter „austoben“ können. Es muss ja nicht nur Jugger sein. Auch die Möglichkeit, einfach nur mal zu Bolzen, ohne gleich im Verein sein zu müssen, fehlt. Für das Sommerhalbjahr haben sie eine Idee auf dem Schulgelände. Hier will ich als Jugendkoordinator mal die Fühler ausstrecken.

 

Sportanlagen

Auch die „Gutwetter-Sportmöglichkeiten“ spielten eine Rolle. Der Bolzplatz an der Skaterrampe wird nur selten gemäht und ist sehr uneben. Dieses Schicksal teilt er mit dem Sportplatz am alten Freibad, auch wenn dieser etwas besser ist und auch regelmäßig gemäht wird. Die Skaterrampen sind ziemlich marode und die Basketballkörbe fehlen. Außerdem ist das ganze sehr abgelegen und insbesondere für Jüngere schwer zu erreichen.

 

Und sonst?

 

Es gab natürlich noch mehr Themen, die aber in der Zeit nicht alle bearbeitet werden konnten:

  • Ideensammung und MeckerrundeDie Jugendlichen störten die vielen Hundehaufen in der Stadt und wünschten sich mehr Huntetoiletten. Obwohl es nur ein Randthema war, machte die TLZ es zur Artikelüberschrift. Immerhin konnte der Bürgermeister hier Verbesserung versprechen: Man prüft gerade, an den öffentlichen Mülleimern Beutelspender anzubringen. Aber dann liegt es an den Hundehaltern, diese auch zu benutzen.
  • Der allabendliche Stau vor der Tankstelle ist ein Verkehrshindernis, das auch Fußgänger und Radfahrer gefährdet. Warum kann der Verkehr nicht so geleitet werden, dass die Autos von hinten an die Tankstelle heran fahren?
  • Viele baufällige, leerstehende Häuser verschandeln die eigentlich schöne Fachwerk-Altstatt. Leider, so erklärt der Bürgermeister, gehören diese Häuser Privatpersonen, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht dazu durchringen können, aus den Gebäuden etwas zu machen. Zum Teil sind sie einfach so weit weg, dass ihnen ihr Häuschen in Treffurt egal ist. Da kann die Stadt wenig machen.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen werden oft nicht eingehalten. Der Bürgermeister will sich dafür einsetzen, dass die Polizei an Gefahrenstellen künftig häufiger kontrolliert.
  • Die Jungs wünschen sich generell mehr Events für Jugendliche. Hier können sie zusammen mit mir in den Jugendclubs natürlich am schnellsten Abhilfe schaffen: Mit unserer neuen Discoanlage wollen wir am 31.10. eine Halloweenparty im Treffurter Jugendclub veranstalten.

Es gab noch mehr Themen, die finden sich auf dem Pinnwandfoto mit der Überschrift „Was soll sich in Treffurt für uns verändern?“ Mit den roten Punkten sollten die Jugendlichen markieren, welche Themen ihnen am wichtigsten sind. Grüne Punkte zeigen Themen, wo sie für sich selbst am ehesten Möglichkeiten sehen, aktiv zu werden.

Erstes Jugendforum in Treffurt hat stattgefunden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.